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Pickup-Trucks in Deutschland: Modelle, Nutzung und Besonderheiten

Erfahren Sie, wie Pickup-Trucks in Deutschland genutzt werden, welche Fahrzeugklassen es gibt und welche Vor- und Nachteile sie im Alltag bieten.

Modern pickup truck parked on a gravel road in the countryside.

Illustrative image.

Pickup-Trucks nehmen auf dem deutschen Automarkt eine besondere Rolle ein, da sie klassische Pkw-Eigenschaften mit den Transportmöglichkeiten von Nutzfahrzeugen verbinden. Ursprünglich für den harten gewerblichen Einsatz auf Baustellen, in der Landwirtschaft oder im Forstbereich entwickelt, erfreuen sie sich längst auch im privaten Bereich wachsender Beliebtheit.

Wer sich für einen Pickup interessiert, steht vor einer Vielzahl von Fragen bezüglich der technischen Ausstattung, der steuerlichen Einstufung und der praktischen Handhabung im oft engen Straßenverkehr der deutschen Innenstädte.

Was einen klassischen Pickup-Truck auszeichnet

Das prägendste Merkmal eines jeden Pickups ist die offene Ladefläche, auch Pritsche genannt, die vom Fahrgastraum baulich getrennt ist. Diese Bauweise ermöglicht den Transport von sperrigen oder schmutzigen Gütern, die im geschlossenen Kofferraum eines herkömmlichen Autos oder SUVs keinen Platz finden würden.

Die Fahrerkabinen sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Single Cabs bieten Platz für zwei Personen und eine maximale Ladefläche, während Extended Cabs und Double Cabs (Doppelkabine) vier bis fünf Sitzplätze zur Verfügung stellen, wodurch der Nutzwert als Familienfahrzeug steigt, allerdings zulasten der Laptiefe.

Technisch basieren die meisten modernen Pickups auf einem robusten Leiterrahmen. Dies verleiht ihnen eine hohe Verwindungssteifigkeit und eine große Zugkraft, sorgt jedoch im Vergleich zu modernen Personenkraftwagen oft für ein strafferes Fahrverhalten, insbesondere wenn die Ladefläche komplett leer ist.

Antrieb, Motorisierung und Geländetauglichkeit

Auf dem deutschen und europäischen Markt dominieren bei Pickup-Trucks traditionell Dieselmotoren. Diese liefern das nötige Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, was besonders beim Ziehen schwerer Anhänger oder bei Fahrten im unbefestigten Gelände von Vorteil ist.

Der Allradantrieb ist bei den meisten Modellen entweder serienmäßig oder als zuschaltbare Option an Bord. Ein zuschaltbarer Allradantrieb wird manuell aktiviert, sobald schwierige Fahrbahnbedingungen wie Schlamm, Schnee oder steile Steigungen dies erfordern. Permanente Allradsysteme regeln die Kraftverteilung hingegen automatisch über elektronische Differenziale.

Die Bodenfreiheit ist im Vergleich zu normalen Autos deutlich erhöht. Dies schützt mechanische Bauteile im Unterboden bei Fahrten abseits asphaltierter Straßen, kann aber beim Einsteigen oder beim Beladen der Ladefläche eine ergonomische Hürde darstellen.

Rechtlicher Status, Führerschein und Zulassung

In Deutschland wirft die Zulassung eines Pickups oft Fragen auf, da je nach Abmessungen und Gewichten unterschiedliche Regelungen greifen. Viele größere Modelle überschreiten ein Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen, was bedeutet, dass der alte Führerschein der Klasse B möglicherweise nicht ausreicht und ein entsprechender Erweiterungsführerschein notwendig wird.

Auch bei der Kfz-Steuer gibt es Besonderheiten. Während reine Pkw nach Hubraum und CO2-Ausstoß besteuert werden, können bestimmte Fahrzeuge unter bestimmten Voraussetzungen als Lkw eingestuft werden. Dies hängt maßgeblich vom Verhältnis der Länge der Fahrerkabine zur Länge der Ladefläche ab, wobei die genauen Kriterien von den zuständigen Behörden und dem Zoll im Einzelfall geprüft werden.

Darüber hinaus gelten für Fahrzeuge mit Anhänger oder Lkw-Zulassung oft abweichende Verkehrsregeln, wie etwa spezielle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen oder Sonntagsfahrverbote in Kombination mit schweren Anhängern, sofern diese gewerblich genutzt werden.

Alltagstauglichkeit im städtischen Raum

Die Nutzung eines Pickups im städtischen Alltag bringt spezifische Herausforderungen mit sich. Mit Längen von oft über fünf Metern und einer beträchtlichen Breite passen viele amerikanische oder auch größere europäische und asiatische Modelle kaum in herkömmliche Parklücken oder in ältere, enge Tiefgaragen.

Rückfahrkameras, Parksensoren und Rundumsicht-Kamerasysteme sind bei diesen Fahrzeugen fast unverzichtbare Hilfsmittel geworden, um das Rangieren im Stadtverkehr zu erleichtern. Dennoch erfordert das Fahren eines solchen Fahrzeugs eine gewisse Eingewöhnungszeit, insbesondere was den Wendekreis und die Übersichtlichkeit angeht.

Auf der anderen Seite schätzen viele Fahrer die erhöhte Sitzposition, die einen guten Überblick über den Verkehr ermöglicht, sowie die Tatsache, dass das Fahrzeug selbst bei widrigen Witterungsbedingungen im Winter sehr spurtreu bleibt.

Alternativen zur Direktfinanzierung und Beschaffung

Wer sich einen Pickup anschaffen möchte, findet verschiedene Wege der Finanzierung. Neben dem klassischen Barkauf und dem herkömmlichen Kredit nutzen viele Gewerbetreibende das Leasing, da sich die Raten steuerlich geltend machen lassen.

Für Privatpersonen, die kein klassisches Darlehen aufnehmen möchten, gibt es alternative Modelle wie den Mietkauf oder leasingähnliche Verträge, bei denen das Fahrzeug über einen festgelegten Zeitraum genutzt wird. Hierbei ist es wichtig, die vertraglichen Bedingungen bezüglich der Kilometerlaufleistung, der Wartungspflichten und der Restwertabsicherung genau zu prüfen.

Unabhängig von der gewählten Beschaffungsform empfiehlt es sich, das Fahrzeug vorab ausgiebig im eigenen Alltag zu testen, um festzustellen, ob die Abmessungen zu den persönlichen Bedürfnissen und den örtlichen Gegebenheiten vor Ort passen.

Key takeaways

  • Pickup-Trucks kombinieren eine offene Ladefläche mit den Vorzügen eines geländegängigen Fahrzeugs.
  • Dieselmotoren und Allradantrieb sind aufgrund hoher Zuglasten und Geländetauglichkeit weit verbreitet.
  • Größe und Gewicht erfordern Aufmerksamkeit bei der Parksituation und der Führerscheinklasse.
  • Die steuerliche Einstufung als Lkw oder Pkw hängt von baulichen Merkmalen ab.

Common questions

Welchen Führerschein benötigt man für einen Pickup-Truck?

Für die meisten gängigen Pickups reicht der normale Führerschein der Klasse B aus, solange das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschritten wird. Bei schwereren Modellen ist eine Erweiterung erforderlich.

Wie werden Pickup-Trucks steuerlich eingestuft?

Die Steuer hängt davon ab, ob das Fahrzeug als Pkw oder als Lkw zugelassen wird. Maßgeblich dafür sind vor allem die Abmessungen der Fahrerkabine im Verhältnis zur Ladefläche, was von den Behörden geprüft wird.

Sind Pickup-Trucks alltagstauglich in der Stadt?

Aufgrund ihrer Länge und Breite stoßen Pickups in engen Parkhäusern und Parklücken oft an Grenzen. Moderne Assistenzsysteme erleichtern das Rangieren zwar, aber eine gewisse Eingewöhnung ist notwendig.

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